In Kronstorf, ein paar Kilometer von Linz, entsteht gerade ein Google-Rechenzentrum. Klingt erstmal nach Fortschritt. Ist es auch, irgendwie. Nur nicht der, von dem wir reden, wenn wir von Energiewende reden.
Das Ding wird 3,5 Terawattstunden Strom pro Jahr verbrauchen. Alle privaten Haushalte in Oberösterreich zusammen kommen auf 2,5. Ein einziges Gebäude schlägt also den gesamten Wohnstromverbrauch eines ganzen Bundeslandes.
Damit das mit Windkraft gedeckt werden könnte, bräuchte man rund 900 Windräder. Oberösterreich hat derzeit 32.
Nebenbei versiegelt Google 70 Hektar Fläche. Und schafft dabei 100 bis 200 Arbeitsplätze. Auf 70 Hektar. Die Abwärme, die dabei entsteht, geht in die Enns. Nicht in ein Fernwärmenetz. Nicht nach Steyr. In den Fluss.
Ich will Google hier nicht zum Bösewicht machen. Die machen das, wofür wir sie bezahlen, buchstäblich. Jede KI-Anfrage, jedes Foto das in der Cloud landet, jede YouTube-Stunde. Das bin ich. Das bist du.
Die Netflix-Serie die nebenbei läuft. Der Stream der weiterläuft weil man eingeschlafen ist. Niemand hat das aktiv entschieden. Es war einfach bequemer, nichts abzustellen.
Und ja, auch ich bin Teil des Systems, das ich hier kritisiere. Das macht die Kritik nicht falsch. Aber es macht sie ehrlicher. Die Frage ist nicht ob, sondern wie bewusst.
Weniger ist tatsächlich weniger. Kein großer Verzicht. Aber ein Anfang.
Quelle: Linza.at